Kalkstickstoff für eine bessere Verrottung

Die beschleunigte Verrottung organischer Substanz mit Hilfe von Kalkstickstoff wurde früher zur Herstellung von sogenanntem "Kunstmist" oder "Mehrungsmist" genutzt. Heute wird Kalkstickstoff bei der Herstellung von Kompost eingesetzt.

Die anfallenden organischen Materialien haben oftmals ein weites C/N- Verhältnis von ca. 80:1. Die für die Verrottung verantwortlichen Mikroorganismen benötigen aber ein engeres C/N- Verhältnis von ca. 20:1. Das bedeutet, dem Rottematerial muss Stickstoff zugegeben werden, damit sich die Bakterienfauna besser entwickeln kann. Ferner entstehen bei den Verrottungsvorgängen als Zwischenprodukte organische Säuren, die neutralisiert werden müssen, bevor sie zum Aufbau wertvoller Huminstoffe verwendet werden können.

Diese beiden Voraussetzungen für eine rasche Verrottung organischer Substanzen - zusätzlicher Stickstoff und Neutralisation von Säuren - erfüllt Kalkstickstoff.

Wie Versuche der Universität Göttingen gezeigt haben, sorgt Kalkstickstoff gegenüber anderen Düngemitteln nicht nur für eine beschleunigte Verrottung sondern auch für eine vollständige Umsetzung des organischen Materials.

Die beschleunigte Verrottung bewirkt eine schnellere und stärkere Sackung des Komposthaufens und gewährleistet so eine bessere Raumausnutzung.

Durch Kalkstickstoffgaben lassen sich ideale Temperaturwerte und deren notwendige Einwirkzeit in Kompostmieten erreichen, um Unkrautsamen und auch Krankheitserreger wie z.B. Salmonellen abzutöten.

Die herbiziden und fungiziden Eigenschaften des Kalkstickstoffs wirken darüber hinaus der Verpilzung des Kompostes sowie der Verbreitung von Unkräutern und Pilzkrankheiten ebenso entgegen wie einer Ansiedlung von Schadnagern.


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