FAQ
Allgemeines / Wirkung
Die Verbindung, die sich bei der Umsetzung von Kalkstickstoff im Boden bildet, ist Cyanamid und nicht Cyanid. Cyanamid bildet im Gegensatz zu den Cyaniden bei Zutritt von Feuchtigkeit keine giftigen Gase. Eine ungewollte Aufnahme von Cyanamid kann daher nur durch das Einatmen von Staub oder bei länger anhaltender Verschmutzung über die Haut erfolgen. Aufgenommenes Cyanamid wird im Körper innerhalb von 24 Stunden vollständig abgebaut und die Abbauprodukte über den Urin ausgeschieden. Es gibt daher weder eine Anreicherung im Körper noch irgendwelche Langzeitschäden. Dies haben arbeitsmedizinische Untersuchungen an Arbeitern in der Kalkstickstoff-Produktion, die teilweise 30 bis 40 Jahre täglich massiv mit dem Dünger in Verbindung gekommen waren, gezeigt.
Der Kalkgehalt des Kalkstickstoffs liegt bei über 50% und ist überdies außerordentlich reaktiv. Deshalb gilt Kalkstickstoff im Boden als Kalkmehrer.
Zwei Drittel des Calciums sind direkt an den Stickstoff gebunden und somit sofort wasserlöslich und pflanzenverfügbar. Ein Drittel des Kalkes besteht aus langsamer wirkenden Kalkformen.
Bei einer oberflächlichen Applikation ergibt sich der Effekt einer Krumenkalkung: Bessere Bodenstruktur, weniger Verschlämmung und Verkrustung, sowie verbesserte Bodenatmung sind die Folge.
Außerdem wird einer Bodenversauerung vorgebeugt.
Bestimmte Pflanzen können Cyanamid bilden, so z.B. die Zottelwicke. Es handelt sich also um eine natürlich vorkommende Verbindung. Deshalb gibt es auch im Boden entsprechende Enzyme, um diese Verbindung wieder abzubauen.
Eine Besonderheit des Kalkstickstoffs ist seine verzögerte Nitratbildung, die ihn weitgehend vor Auswaschungsverlusten schützt. Das liegt daran, dass ein kleiner Teil des Cyanamids im Boden zunächst zu Dicyandiamid (DCD) umgewandelt wird. DCD ist ein zugelassener Nitrifikationshemmstoff und sorgt dafür, dass der Stickstoff erst im Verlauf von mehreren Wochen nach und nach aus der stabilen, nicht verlagerbaren Ammoniumform zu Nitrat umgewandelt wird. Dies ist die Ursache für die bekannte lang anhaltende und gleichmäßige Stickstoffwirkung des Kalkstickstoffs.
Bekannt ist die Wechselwirkung des Cyanamids mit Alkohol. Aufgenommenes Cyanamid hemmt im Körper ein bestimmtes Enzym, welches für den Alkoholabbau benötigt wird. Dadurch reichert sich vorübergehend Acetaldehyd, ein Abbauprodukt des Alkohols (!) im Blut an, was zu Schwindel, Übelkeit und Hitzewallungen führt. Aufgrund dieser typischen Reaktion wird flüssiges Cyanamid in vielen Ländern als Medikament zur Bekämpfung der Alkoholsucht eingesetzt. Bei sachgemäßer Anwendung von Kalkstickstoff im Garten wird man allerdings kaum eine entsprechende Menge an Staub einatmen, um diese unangenehme Reaktion auszulösen.
Kalkstickstoff muss im Boden erst eine Reihe von Umwandlungsschritten durchlaufen, bis er schließlich als Ammoniumstickstoff für die Pflanzen verfügbar wird.
Sobald Kalkstickstoff mit Bodenfeuchte in Kontakt kommt, löst sich aus dem Düngerkorn das Calciumcyanamid, welches sich aber sofort zu Calciumhydroxid und Cyanamid zersetzt. Dieser Prozess verläuft auch bei niedrigen Temperaturen sehr rasch: bei ausreichender Feuchte und gutem Bodenkontakt der Düngerkörnchen - zum Beispiel nach flachem Einarbeiten - liegt der Stickstoff bereits nach einem Tag praktisch vollständig als Cyanamid in der Bodenlösung vor! In den obersten Zentimetern des Bodens werden dabei vorübergehend Konzentrationen erreicht, welche für flach wurzelnde Pflanzen und bestimmte Schadorganismen nicht mehr verträglich sind. Daher lassen sich mit dem Düngemittel Kalkstickstoff auch gewisse Effekte gegen keimende Unkräuter, bodenbürtige Schadpilze, Nacktschnecken und Drahtwürmer erzielen. Wie neue mikrobiologische Untersuchungen zeigen, wird die Mikroflora des Bodens dabei nicht nachhaltig beeinträchtigt: Selbst bei extrem hohen Aufwandmengen erreicht die Mikrobenpopulation schon nach 14 Tagen wieder ihr Ausgangsniveau. Die Artenvielfalt ist dann sogar größer als vor der Düngung. Das liegt daran, dass manche latent vorhandenen Bodenorganismen durch das Cyanamid gefördert werden, weil sie dieses als Stickstoffquelle nutzen können.
Kalkammonsalpeter (KAS) enthält 27 % Stickstoff in Form von Ammoniumnitrat. Das heißt die Hälfte des Stickstoffs(13,5% N) liegt bereits als Nitrat vor, die andere Hälfte als Ammonium, welches im Boden innerhalb von 1-2 Wochen ebenfalls vollständig zu Nitrat umgewandelt wird. KAS wirkt daher rasch und nur relativ kurzfristig und fördert dadurch vor allem rasch wachsende Obergräser (Stoßwachstum). Der hohe Nitratanteil bedingt eine gewisse Auswaschungsgefährdung und kann auch zu erhöhten Nitratgehalten im Weidegras führen. Der Kalkgehalt (kohlensaurer Kalk) ist so gering, dass er die
versauernde Wirkung des Stickstoffs nicht aufheben kann, KAS wirkt daher im Boden versauernd.
Kalkstickstoff enthält den Stickstoff (19,8%) dagegen fast ausschließlich in der Bindungsform Calciumcyanamid, der Stickstoff ist chemisch mit dem Kalk verbunden. Der Nitratgehalt liegt bei nur 1,5 %. Das Calciumcyanamid setzt sich im Boden über verschiedene Stufen zu Ammoniumstickstoff um. Der weitere Abbau zu Nitrat verläuft beim Kalkstickstoff dann aber stark verzögert, da der Dünger die nitratbildenen Bakterien im Boden hemmt. Das Ammonium wird im Boden von den Tonmineralien festgehalten und ist nicht auswaschungsgefährdet. Kalkstickstoff wirkt daher über viele Wochen gleichmäßig anhaltend. Diese Wirkung fördert vor allem die wertvollen Untergräser, die für eine dichte Grasnarbe auf der Weide sorgen. Der Kalkgehalt liegt bei über 50% und ist überdies außerordentlich reaktiv. Deshalb gilt Kalkstickstoff im Boden als Kalkmehrer, KAS hingegen als Kalkzehrer. Der hochwirksame Kalk des Kalkstickstoffs verbessert die Bodenstruktur, verhindert Verschlämmungen und lässt das Regenwasser rascher einsickern.
Als einziges von allen Düngemitteln durchläuft der Kalkstickstoff im Boden die sogenannte Cyanamidphase (ca. 10 Tage), innerhalb derer der Kalkstickstoff im Boden eine Wirkung gegen die Eier und Larven der Weideparasiten entfaltet. Dieser Hygiene-Effekt sorgt für gesündere Pferde und ist mit keinem anderen Dünger zu erzielen! Gleichzeitig wirkt die Cyanamidphase auch in gewissem Umfang gegen frisch gekeimte Unkräuter sowie Rosettenpflanzen wie den Löwenzahn.
Kalkstickstoff enthält den Stickstoff (19,8%) fast ausschließlich in der Bindungsform Calciumcyanamid.
Der Stickstoff ist chemisch mit dem Kalk verbunden. Das Calciumcyanamid setzt sich im Boden über verschiedene Stufen zu Ammoniumstickstoff um. Der weitere Abbau zu Nitrat verläuft beim Kalkstickstoff dann aber stark verzögert, da der Dünger die nitratbildenen Bakterien im Boden hemmt. Das Ammonium wird im Boden von den Tonmineralien festgehalten und ist nicht auswaschungsgefährdet. Kalkstickstoff wirkt daher über viele Wochen gleichmäßig anhaltend. Diese Wirkung fördert vor allem die wertvollen Untergräser, die für eine dichte Grasnarbe auf der Weide sorgen. Der Kalkgehalt liegt bei über 50% und ist überdies außerordentlich reaktiv. Deshalb gilt Kalkstickstoff im Boden als Kalkmehrer.
Der hochwirksame Kalk des Kalkstickstoffs verbessert die Bodenstruktur, verhindert Verschlämmungen und lässt das Regenwasser rascher einsickern.
Als einziges von allen Düngemitteln durchläuft der Kalkstickstoff im Boden die sogenannte Cyanamidphase (ca. 10 Tage), innerhalb derer der Kalkstickstoff im Boden eine Wirkung gegen die Eier und Larven der Weideparasiten entfaltet. Dieser Hygiene-Effekt sorgt für gesündere Weiden und ist mit keinem anderen Dünger zu erzielen! Gleichzeitig wirkt die Cyanamidphase auch in gewissem Umfang gegen frisch gekeimte Unkräuter sowie Rosettenpflanzen wie den Löwenzahn.
Die angebotenen Stickstoffdünger enthalten die verschiedenen Stickstoffformen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Anteilen. Von Bedeutung ist der Carbamid-Stickstoff wie er in Harnstoff enthalten ist, oder der Ammonium und der Nitratstickstoff,
wie er in Kalkammonsalpeter enthalten ist. Diese Stickstoffformen wirken unterschiedlich. Die Pflanzen nehmen den Stickstoff zu mehr als 90 % in Nitratform auf. In der Regel werden alle Stickstoffformen zu Ammonium und Nitrat umgewandelt, bevor sie von den Pflanzen aufgenommen werden können.
Harnstoff-Stickstoff:
Wird Stickstoff nicht als Nitrat gedüngt, sondern in Form von Harnstoff (=Carbamidstickstoff oder Amidstickstoff), muss dieser zuerst zu Ammonium und Nitrat umgewandelt werden, um über die Wurzel mit aufgenommen zu werden. Amidstickstoff wird dabei zunächst von dem in allen Böden vorhandenen Enzym Urease zu Ammonium umgewandelt. Dieser Vorgang verläuft relativ rasch und dauert je nach Bodentemperatur 1 bis 4 Tage. Je wärmer der Boden, desto rascher verläuft die Reaktion.
Das hierbei entstandene Ammonium wird in weiterer Folge vom Bakterienstamm Nitrosomonas zu NO2 und dieses vom Stamm Nitrobacter zu Nitrat NO3 umgewandelt.
Somit entsteht bei der Umwandlung von Amidstickstoff zunächst Ammoniumstickstoff, bevor der Stickstoff zum Nitrat übergeführt wird. Bei der ersten Umwandlungsstufe zu Ammonium erhöht sich der pH- Wert im Bereich des Düngerkorns. Dies ist verantwortlich für Stickstoffverluste, die in Form gasförmigen Ammoniaks an die Atmosphäre auftreten können. Durch anwendungstechnische Maßnahmen wie Beispielsweise Einarbeitung bei Bestellarbeiten oder Ausbringung vor Niederschlägen gilt es diese Verluste klein zu halten.
Ammonium-Stickstoff
Ammonium ist im Boden schwerer beweglich als Nitrat. Ammonium verteilt sich im Boden durch Diffusionsvorgänge. So gelangt es in Wurzelnähe und kann von der Pflanze aufgenommen werden. Ein Teil wird im Boden an die Ton- und Humusteile gebunden. Das ist auch der Grund, weshalb Ammonium verhaltener wirkt wie Nitratstickstoff. Unter natürlichen Bedingungen wird der größte Teil des Ammoniums durch Bodenbakterien zu Nitrat umgewandelt (Nitrifikation) und kommt so zur Wirkung.
Daher ist es irreführend, wenn durch eine ammoniumbetonte Düngung eine ammoniumbetonte Ernährung der Pflanzen erreicht werden soll.
Eine Ausnahme bilden Dünger mit stabilisierten Ammoniumstickstoff (ENTEC, Alzon) sowie der Kalkstickstoff. Bei diesen Düngern wird die Ammoniumumwandlung verzögert. Ammonium bleibt im Boden länger als solches erhalten. Die Pflanzen können somit höhere Anteile von Ammonium aufnehmen.
Nitrat-Stickstoff
Nitrat ist im Boden frei beweglich. Es ist im Bodenwasser gelöst und wird mit dem Bodenwasser an die Wurzel herangetragen und aufgenommen. Dies ist der Grund für die schnelle Wirkung des Nitrats. Es kann aber auch relativ schnell aus dem Wurzelhorizont des Bodens ausgewaschen werden.
Stickstoffdünger mit Zusatzwirkung
Eine Besonderheit unter den Stickstoffdüngern stellt der Kalkstickstoff dar. Er muss im Boden erst die beschriebenen Umwandlungsschritte durchlaufen, bis er schließlich als Ammoniumstickstoff und Nitrat für die Pflanzen verfügbar wird. Sobald Kalkstickstoff mit Bodenfeuchte in Kontakt kommt, löst sich aus dem Düngerkorn das Calciumcyanamid, welches sich aber sofort zu Calciumhydroxid und Cyanamid zersetzt. Dieser Prozess verläuft auch bei niedrigen Temperaturen sehr rasch: bei ausreichender Feuchte und gutem Bodenkontakt der Düngerkörnchen - zum Beispiel nach flachem Einarbeiten - liegt der Stickstoff bereits nach einem Tag praktisch vollständig als Cyanamid in der Bodenlösung vor! In den obersten Zentimetern des Bodens werden dabei vorübergehend Konzentrationen erreicht, welche für flach wurzelnde Pflanzen und bestimmte Schadorganismen nicht verträglich sind. Daher lassen sich mit dem Düngemittel Kalkstickstoff auch gewisse Effekte gegen keimende Unkräuter, bodenbürtige Schadpilze, Nacktschnecken und Drahtwürmer erzielen.
Schon 5 bis 7 Tage nach dem Ausstreuen von Kalkstickstoff hat sich das Cyanamid vollständig zu Harnstoff und anderen ungiftigen Stickstoffverbindungen umgewandelt. Überreste von den Düngerkörnchen, die man danach noch auf dem Boden liegen sieht, bestehen aus dem Kalk und Kohlenstoffanteil des Düngers.
Die Cyanamidphase des Kalkstickstoffs wirkt nur in den obersten 3-4 cm des Bodens und vernichtet dadurch die meisten aus Samen gekeimten und noch kleinen Unkräuter.
Unkrautsamen, welche sich in tieferen Schichten befinden, oder Wurzelunkräuter werden nur unzureichend bekämpft.
Wie neue mikrobiologische Untersuchungen zeigen, wird die Mikroflora des Bodens durch Kalkstickstoffeinsatz nicht nachhaltig beeinträchtigt: Selbst bei extrem hohen Aufwandmengen erreicht die Mikrobenpopulation schon nach 14 Tagen wieder ihr Ausgangsniveau. Die Artenvielfalt ist dann sogar größer als vor der Düngung. Das liegt daran, dass manche latent vorhandenen Bodenorganismen durch das Cyanamid gefördert werden, weil sie dieses als Stickstoffquelle nutzen können.
Anwender
Hobbygärtner
Für Topfpflanzen und Balkonkästen ist Kalkstickstoff nicht empfehlenswert, denn aufgrund des kleinen Wurzelraumes und der intensiven Durchwurzelung der Gefäße besteht das Risiko, dass die Pflanzen zuviel Cyanamid direkt aufnehmen, also bevor es sich weiter zersetzt, so dass es zu braunen Blatträndern und Wurzelschäden kommen kann.
Wird die Erde für die Balkonkästen selbst hergestellt, z.B. durch ein Gemisch aus Kompost, Erde und Sand, macht es Sinn Kalkstickstoff in das Substrat einzumischen.
Das Substrat sollte vor dem Einssatz aber noch einige Zeit ruhen.
Als Aufwandmenge sollten 1 bis 2 Kilogramm Kalkstickstoff je Kubikmeter Erde gleichmäßig eingemischt werden. Die Erde sollte bis zur Verwendung leicht feucht
(nicht nass!) gehalten werden, damit die Bakterien möglichst aktiv bleiben. Durch die Einmischung des Kalkstickstoffs schaltet man Schadpilze, Unkrautsamen sowie verschiedene Schädlinge in der Erde aus.
Kalkstickstoff lässt sich für Blumen verwenden, wenn es sich um Freilandpflanzen handelt, so z.B. in Staudenbeeten, bei Zwiebelpflanzen, Dahlien oder Gladiolen. In diesen Fällen wird der Kalkstickstoff vor dem Austrieb bzw. Aufgang gestreut. Bei einjährigen Blumen muss dagegen schon vor der Saat oder vor dem Pflanzen mit einer anschließenden Wartezeit von ein bis zwei Wochen gedüngt werden. Die Aufwandmenge beträgt je nach Stickstoffbedarf 30 bis 50 Gramm Kalkstickstoff je Quadratmeter Beetfläche.
Stauden sind aufgrund ihrer tiefen Verwurzelung relativ unempfindlich gegen Kalkstickstoff. Die Ausbringung ist allerdings hier etwas schwieriger, da die meisten Stauden bereits kräftig treiben und die jungen Triebe und Blätter natürlich empfindlich sind. Deshalb den Kalkstickstoff am besten nur in die Zwischenräume streuen oder nach der Ausbringung vorsichtig mit der Gießkanne von den Blättern spülen. Ein großer Vorteil von Kalkstickstoff auf Staudenbeeten: Er dezimiert nicht nur die kleineren Samenunkräuter sondern auch die Schneckenbrut, die auf den Staudenbeeten meist ideale Entwicklungsmöglichkeiten haben.
Bei der Düngung von Himbeerkulturen mit Kalkstickstoff sollten die folgenden Hinweise beachtet werden:
Bei ganzflächiger Düngung sollte die Aufwandmenge bei etwa 30 Gramm je Quadratmeter liegen. Werden nur die Pflanzreihen gedüngt, sollte in der Pflanzreihe die Konzentration nicht höher als 40 Gramm je Quadratmeter liegen. Es lohnt sich also, die zu düngende Fläche vorher sorgfältig abzumessen und die benötigte Menge an Kalkstickstoff exakt abzuwiegen oder abzumessen: Das Schüttgewicht von Kalkstickstoff beträgt ziemlich genau 1, das heißt 10 Kilogramm Kalkstickstoff haben ein Volumen von 10 Litern.
Die Düngung sollte bereits im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb erfolgen, wenn die Himbeerruten trocken sind, das heißt also nicht unmittelbar nach Taubildung oder Regen.
Der Boden sollte jedoch nach Möglichkeit noch feucht sein. Dadurch wird eine gewisse herbizide Nebenwirkung erzielt und keimende Unkräuter werden vernichtet.
Die bodenhygienische Wirkung des Kalkstickstoffs scheint nach älteren Versuchen auch eine deutliche befallsmindernde Wirkung gegen das gefürchtete Himbeerrutensterben zu haben.
Die befallsmindernde Wirkung von Kalkstickstoff auf die Kohlhernie ist schon seit rund 90 Jahren bekannt. Der Erreger der Kohlhernie Plasmodiophora brassicae bildet massenhaft Dauersporen, die im Boden bis zu 20 Jahre überdauern können. Aus diesen Dauersporen schlüpfen begeißelte Zoosporen, die sich aktiv zu den Wurzeln hinbewegen und in die Wurzelhaare eindringen. Dort findet eine erste Vermehrung statt. Anschließend dringt der Pilz in den Wurzelzylinder ein, wo er die bekannten Wucherungen (Gallenbildung) auslöst, die zum Kümmern bzw. Absterben der Pflanzen führen.
Es ist bekannt, dass diese Krankheit durch enge Fruchtfolgen, niedrige pH-Werte im Boden, hohe Temperaturen und hohe Bodenfeuchte gefördert wird. Hohe pH-Werte schränken die Beweglichkeit der Zoosporen dagegen ein und verringern die Infektionsgefahr. Deshalb hat die Anwendung von Branntkalk oder Kalkstickstoff allein durch die pH-Wirkung schon einen befallsmindernden Effekt.
Beim Kalkstickstoff kommt aber noch hinzu, dass er durch seine Cyanamidphase die Dauersporen für eine gewisse Zeit am Auskeimen hindert und diese somit keine Zoosporen entlassen.
Die Dauersporen werden dabei nicht abgetötet, sondern nur für einige Wochen gehemmt. Diese Phase reicht den Kohlgewächsen meistens aus, um erst einmal ein leistungsfähiges gesundes Wurzelwerk aufzubauen
Ob sich der geschädigte Rasen erholt, hängt vom Grad der Verbrennung ab. Auf jeden Fall ist Trockenstress zu vermeiden und der Rasen gleichmäßig schön feucht zu halten. In den allermeisten Fällen regenerieren sich die Gräser innerhalb kurzer Zeit aus dem Wurzelstock (wie z.B. nach einem strengen Winter). Sollte sich nach vier Wochen noch kein Neuaustrieb zeigen, ist davon auszugehen, dass sich die Gräser nicht mehr erholen und es muss eine Neuansaat erfolgen.
Auf Rasen sollte Kalkstickstoff in einer Größenordnung von 20 bis 25 Gramm je Quadratmeter ausgebracht werden.
Seit vielen Jahrzehnten wird Kalkstickstoff mit großem Erfolg bei der Kompostierung eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftlich begleitete Versuche haben gezeigt, dass Kalkstickstoff wie kein anderer Dünger die Kompostierung beschleunigt, die Rottetemperaturen erhöht, den Abbau der Zellulose fördert und den Aufbau wertvoller Huminsäuren fördert. Gleichzeitig ist aber bekannt, dass Kalkstickstoff Schnecken und Schneckeneier, Unkrautsamen sowie bestimmte Schadpilze im Kompost dezimiert.
Kompostwürmer meiden die oberste Schicht der Kompostmiete und leben vorzugsweise im mittleren Bereich, wo der Abbau der organischen Substanz bereits fortgeschritten ist. Bei sachgemäßer Anwendung von Kalkstickstoff, also regelmäßiges Streuen auf die Oberfläche des Komposthaufens (wenn eine Schicht von etwa 25 Zentimetern frischen Materials hinzugekommen ist), erfolgt keine Schädigung der Kompostwürmer.
Sträucher sind aufgrund ihres tief reichenden Wurzelsystems sehr unempfindlich, solange der Kalkstickstoff nicht auf die Blätter gelangt. Aus diesem Grund kann unter Sträucher Kalkstickstoff ohne Probleme auch in höheren Gaben (bis 60 Gramm je qm) gestreut werden.
Damit kann man kleinere Samenunkräuter gut ausschalten. Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Zaunwinde sind aber ebenso unempfindlich wie die Sträucher, da auch sie sehr tief wurzeln und das Cyanamid nicht so weit vordringt.
Kalkstickstoff PERLKA ist ein relativ feines Granulat, die Korngröße reicht von 0,7 bis 3,5 mm. Das Gros der Granulate ist zwischen 1-2 mm groß. Häufig wird im Kleinpackungsbereich für die Gartencenter auch eine PERLKA-Feinabsiebung von 0,7 bis 1,8 mm vertrieben, die für Streuwagen günstiger ist, da die Korngröße nicht so stark variiert. Wenn man Kalkstickstoff mit dem Streuwagen ausbringen will, sollte man auf jeden Fall die Einstellung für einen feinkörnigen Dünger verwenden.
Um die Einstellung des Streuwagens zu kontrollieren gibt es eine einfache Methode: Die Doppelseite einer Tageszeitung auf eine ebene Fläche auslegen. Die Zeitung bedeckt dann eine Fläche von ca. 80 x 57 cm, das ist knapp ein halber Quadratmeter. Dann mit dem Düngerstreuer zweimal über die aufgeschlagene Zeitung fahren. Die auf der Zeitung liegende Düngermenge entspricht dann etwa der Ausbringungsmenge auf einem Quadratmeter (abhängig von der Streubreite des Streuers). Die Zeitung vorsichtig zuklappen und den Dünger in einen leeren Joghurtbecher rieseln lassen und auf der Briefwaage abwiegen. Da das Schüttgewicht von Kalkstickstoff Perlka etwa bei 1 liegt, kann die Menge stattdessen auch in einem Messbecher abgemessen werden, Milliliter sind gleich Gramm.
Anwendungsempfehlung für Kalkstickstoffzugabe zu Kompost: Beim Aufsetzen des Komposthaufens jeweils auf eine Schicht von 25 Zentimetern Gartenabfällen 150 Gramm Kalkstickstoff pro Quadratmeter Oberfläche streuen. Nicht einmischen!
Wird Kalkstickstoff in die oberste Schicht eines Komposthaufens, also dem frischen Material zugefügt, so entsteht dort kurzfristig eine hohe Konzentration an Cyanamid, welches die Schnecken und viele dem Pflanzenmaterial anhaftenden Keime und Unkrautsamen vernichtet. Aber schon nach etwa einer Woche hat sich das Cyanamid vollständig in Harnstoff bzw. Ammonium und andere ungiftige Stickstoffformen umgewandelt. Im Gegensatz zu den üblichen Düngern ist aber der weitere Abbau in Richtung Nitrat beim Kalkstickstoff stark verzögert. Das wiederum kommt den Mikrooganismen im Kompost zugute, die den Ammoniumstickstoff benötigen, um die stickstoffarmen Gerüstsubstanzen des Pflanzenmaterials abzubauen. Deshalb kommt es etwa eine Woche nach der Kalkstickstoffzugabe zu einer explosionsartigen Vermehrung der erwünschten Rottebakterien, was in größeren Kompostmieten zu einem deutlichen Temperaturanstieg führt. Die starke Verschiebung der Mikroorganismen-Population in Richtung der nützlichen Rottebakterien und der Temperaturanstieg bewirken eine weitere Hygienisierung des Kompostes.
Wenn ein Rasen nach einer Kalkstickstoff-Düngung Verbrennungen aufweist, kann dies verschiedene Ursachen haben:
1. Überdosierung: Es wurden großflächig mehr als 30 Gramm Kalkstickstoff je Quadratmeter ausgebracht.
2. Ungleichmäßige Verteilung: In diesem Fall treten die Verbrennungen nicht gleichmäßig, sondern streifen- oder nesterweise auf. Wurde mit einem Streuwagen ausgebracht, kann es in den Überlappungszonen zu streifenförmigen Verbrennungen kommen.
3. Ausbringung auf nasses Gras: In diesem Fall bleiben zu viele Stickstoffkörnchen an den Grashalmen kleben und führen dort zu Verbrennungen.
4. Ausbringung auf eine frisch angesäte Rasenfläche: Sofern die Gräser noch nicht über ein ausgeprägtes Wurzelwerk und Bestockungstriebe verfügen, sind sie extrem empfindlich gegenüber dem Kalkstickstoff. Daher sollte man Rasenflächen im Jahr der Ansaat noch nicht mit Kalkstickstoff düngen.
Landwirte
Es sind bisher keine nachteiligen Wirkungen bekannt geworden, wenn Hunde oder Katzen Zugang zu frisch mit Kalkstickstoff gedüngten Flächen erhalten. Der Kalkstickstoff hat einen abschreckenden Geruch und Geschmack, so dass die Aufnahme natürlicherweise von den Tieren gemieden wird. Als einzige Vorsichtsmaßnahme ist darauf zu achten, die Tiere unmittelbar während des Streuens fernzuhalten, damit eine spielerische Aufnahme der fliegenden Körnchen ("Fangen") verhindert wird bzw. keine Düngepartikel in die Augen oder Schleimhäute geraten.
Kalkstickstoff hat eine relativ breite Wirkung gegen diverse Bodenlebewesen. Vor allem Nacktschnecken sind gegenüber dem Cyanamid relativ empfindlich. Das gilt in besonderem Maße für die Schneckeneier und die winzigen Jungschnecken. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Mikroorganismen, die durch Kalkstickstoff gefördert werden. Deswegen setzt man Kalkstickstoff ja auch erfolgreich bei der Kompostierung als Rottebeschleuniger ein. Es ist also keinesfalls so, dass Kalkstickstoff einen sterilen oder "toten" Boden hinterlässt. Im Gegenteil: langjährige Dauerversuche der TU München-Weihenstephan haben gezeigt, dass die biologische Aktivität des Boden nach jahrzehntelangem Einsatz von Kalkstickstoff höher war als beim Einsatz anderer Stickstoffdünger und sogar die biologische Aktivität der Stallmistvariante übertraf. Auch Regenwürmer werden bei sachgerechtem Einsatz von Kalkstickstoff nicht geschädigt: Sie wandern während der kurzen intensiven Cyanamidphase in tiefere Bodenschichten ab. Dies kann man auch bei vielen Komposthaufen beobachten, die trotz regelmäßiger Kalkstickstoffgaben auf die Oberfläche im Inneren eine schier unglaubliche Masse an Kompostwürmern beherbergen.
Gut bewurzelte Kulturen mit unempfindlichem Blattwerk (Raps, Getreide, Sonnenblumen) können sogar eine Kopfdüngung mit bis zu 300 kg/ha Kalkstickstoff erhalten. Allerdings muss das Laub trocken sein, so dass die Düngerkörnchen nicht daran haften bleiben sondern bis auf den Boden durchrieseln. Wird auf bestehende Bestände gedüngt, müssen die Pflanzen unbedingt trocken sein, sodass kein Kalkstickstoff an den Blättern haften bleibt. Der Boden hingegen sollte etwas feucht sein.
Den Wurzelunkräutern ist mit auch Kalkstickstoff nur sehr schwer beizukommen! Da sich diese Pflanzen über Wurzelausläufer ausbreiten, die zudem auch noch aus teilweise großer Tiefe nach oben kommen, sind die Möglichkeiten des Kalkstickstoffs hier ziemlich begrenzt. Die Cyanamidphase des Kalkstickstoffs wirkt nur in den obersten 3-4 cm des Bodens und vernichtet dadurch die meisten aus Samen gekeimten und noch kleinen Unkräuter. Wurzelunkräuter wie z.B. der Giersch werden davon aber kaum beeinträchtigt.
Beim weiteren Eindringen in den Boden (z.B. durch Regen) wird das Cyanamid über Harnstoff zu Ammonium umgewandelt und wirkt dann als langsam wirkender Dünger. Wohl kann man mit Kalkstickstoff, auf einen nassen Gierschbestand gestreut, dessen Blätter kräftig verätzen, doch die Pflanzen treiben erfahrungsgemäß rasch wieder aus dem Boden nach.
Es ist daher angeraten, die Pflanzen immer wieder soweit als möglich und am besten mit möglichst viel Wurzelanteil auszureißen, damit sie keine Reserven in die unterirdischen Speicherorgane einlagern können. Giersch, Winde und Quecke werden dann von mal zu mal schwächer und verschwinden dann irgendwann ganz.
Spitzwegerich lässt sich im Grünland durch den Einsatz von Kalkstickstoff kontinuierlich zurückdrängen. Der beste Anwendungszeitpunkt liegt dabei im Frühjahr zu Vegetationsbeginn. Aufgrund seiner rosettenartigen Blattstellung ist der Spitzwegerich zu diesem Zeitpunkt, also bevor das Streckungswachstum einsetzt, besonders empfindlich gegenüber Kalkstickstoff. Insbesondere wenn der Dünger auf den taufeuchten Bestand (entgegen der üblichen Empfehlung!) gestreut wird, bleibt unverhältnismäßig viel Dünger auf den Rosetten kleben und führt dort zu starken Blattverätzungen.
Die Gräser haben zu diesem Zeitpunkt noch wenig aktive Blattfläche, die überdies schmalblättrig und mehr aufrecht stehend ist, so dass sich die Verbrennungen am Gras in Grenzen halten. Die Aufwandmenge sollte bei etwa 350 kg Kalkstickstoff pro Hektar liegen, das entspricht einer Gabe von 35 Gramm Kalkstickstoff je Quadratmeter.
Durch den anschließend einsetzenden Düngungseffekt wird vor allem das Wachstum der Gräser gefördert, die dann die Oberhand gegenüber dem Spitzwegerich gewinnen. Wird diese Prozedur in jedem Frühjahr wiederholt, wird der Spitzwegerich in zwei bis drei Jahren bis auf ein tolerierbares Minimum zurückgedrängt sein.
Die Düngung mit Kalkstickstoff erfolgt meist ein bis zwei Wochen vor der Aussaat oder dem Pflanzen, damit das Cyanamid bis dahin zu pflanzenverträglichen Verbindungen abgebaut werden kann. Intensiver Bodenkontakt durch flaches Einarbeiten, ein mäßig feuchter Boden sowie warme Temperaturen beschleunigen den Abbau des Cyanamids. Bei niedrigen Aufwandmengen (max. 300 kg/ha) und weniger empfindlichen Kulturen wie Raps, Mais oder Getreide ist eine Anwendung auch noch unmittelbar vor der Saat möglich.
Gut bewurzelte Kulturen mit unempfindlichem Blattwerk (Raps, Getreide, Sonnenblumen) können sogar eine Kopfdüngung mit bis zu 300 kg/ha Kalkstickstoff erhalten. Allerdings muss das Laub trocken sein, so dass die Düngerkörnchen nicht daran haften bleiben sondern bis auf den Boden durchrieseln. Wird auf bestehende Bestände gedüngt, müssen die Pflanzen unbedingt trocken sein, sodass kein Kalkstickstoff an den Blättern haften bleibt. Der Boden hingegen sollte etwas feucht sein.
Kalkstickstoff übt einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft aus: Unkräuter werden durch seine herbizide Nebenwirkung zurückgedrängt, die wertvollen Untergräser durch seine lange anhaltende und gleichmäßige Stickstoffwirkung gefördert.
Gerade bei einem starken Besatz der Fläche mit Hahnenfuß lohnt sich die alljährliche Düngung der Weide mit Kalkstickstoff. Neben der direkten Wirkung durch seine herbizidähnliche Cyanamidphase wirkt Kalkstickstoff auch indirekt durch eine Verbesserung der Bodeneigenschaften: Hahnenfuß breitet sich besonders gern auf verdichtetem, feuchten Boden aus. Die intensive Kalkwirkung von PERLKA verbessert die Bodenstruktur, verhindert das Verschlämmen der Bodenoberfläche und fördert das Eindringen des Wassers in den Boden. Das verbessert die Lebensbedingungen für die Gräser und erschwert dem Hahnenfuß die Ausbreitung.
Mehrfach haben wurde von Pferdehaltern berichtet, dass sie auf diese Weise innerhalb von 2 bis 3 Jahren den Hahnenfuß weitgehend von der Fläche verdrängt hatten. Der ideale Anwendungstermin liegt auch hier zu Vegetationsbeginn im Frühjahr, die Aufwandmenge bei 300 bis 400 kg Kalkstickstoff je Hektar.
Pferdehalter
Normalerweise wird Kalkstickstoff immer auf trockene Bestände ausgebracht.
Bei sehr starkem Kleeaufkommen kann man aber auch auf den taufeuchten Bestand streuen, was zu starken Verätzungen an den Pflanzen führt. Da der Klee durch seine waagrechte Blattstellung und die größere Blattfläche mehr Düngerkörnchen auffängt wird er ungleich stärker verätzt als das Gras. Zwar erholt sich der Klee meist wieder, das Gras erhält aber einen Wachstumsvorsprung und kann sich stärker behaupten und drängt so den Klee in der Grasnarbe bis zu einem gewissen Grad zurück.
Breitet sich auf einer Weide der Klee stark aus, deutet dies auf einen Stickstoffmangel hin. Denn bei einem guten Nährstoffangebot sind die Gräser so starkwüchsig, dass sie den Klee unterdrücken. Bei Stickstoffmangel hingegen breitet sich der Klee aus.
Bei sehr starkem Kleeaufkommen kann man Kalkstickstoff auf den taufeuchten Bestand streuen, was zu starken Verätzungen an den Pflanzen führt. Da der Klee durch seine waagrechte Blattstellung und die größere Blattfläche mehr Düngerkörnchen auffängt wird er ungleich stärker verätzt als das Gras. Zwar erholt sich der Klee meist wieder, das Gras erhält aber einen Wachstumsvorsprung und kann sich stärker behaupten und drängt so den Klee in der Grasnarbe bis zu einem gewissen Grad zurück.
Obgleich jedes Frühjahr viele Tausend Hektar Pferdeweiden mit Kalkstickstoff abgedüngt werden, und es irrtümlicherweise immer wieder zur Nichtbeachtung der Wartezeit kommt, sind bei Pferden bislang noch keine Vergiftungsfälle und dementsprechende Symptome gemeldet worden. Dies beruht vermutlich darauf, dass der Kalkstickstoff eine vergrämende Wirkung hat und die Pferde (und auch andere Tiere) vermeiden, kontaminiertes Futter aufzunehmen. Nichts desto Trotz ist nicht völlig auszuschließen, dass Pferde kontaminiertes Futter aufnehmen, vor allem, wenn sie keine Auswahlmöglichkeit haben. Aus diesem Grund sollte die 14 tägige Wartezeit unbedingt eingehalten werden. Denn so ist sichergestellt, dass sich das Cyanamid des Kalkstickstoffs vollständig zu Harnstoff und anderen ungiftigen Verbindungen umgebaut hat. Diese sollte auch konsequent eingehalten werden, denn es entspricht nicht der guten fachlichen Praxis, Pferde auf eine Koppel zu schicken, wo am Gras noch der gerade gestreute Dünger klebt.
Um die Gräser wieder stärker zu fördern und die Unkräuter zurückzudrängen bedarf es einer Reihe von Maßnahmen: Eine chemische Unkrautbekämpfung allein ist eine reine Symptombekämpfung, ändert aber nichts an den Ursachen der Verunkrautung. Ändert sich ansonsten nichts wird sich die ursprüngliche Verunkrautung rasch wieder einstellen. Was also ist zu tun?
• Regelmäßiges Absammeln der Pferdeäpfel um das Entstehen von Geilstellen (Ausgangspunkte für die Verunkrautung) zu verhindern. Gleichzeitig vermindert man damit die Parasitenbelastung der Weide.
• Regelmäßiges Abmähen der Weidereste: Verhindern Sie, dass die von den Pferden verschmähten Pflanzen Samen bilden können oder durch ungestörtes Wachstum überhand nehmen!
• Nutzen Sie einen Teil der Fläche bei übergroßem Futterangebot (Frühjahr) zur Heugewinnung (Schnittnutzung)! Lassen Sie das Gras nicht überständig werden, denn das führt zur Narbenauflockerung.
• Düngung der Weide mit Kalkstickstoff im Frühjahr: Kalkstickstoff übt einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft aus: Unkräuter werden durch die herbizide Nebenwirkung des Düngers zurückgedrängt, Gräser nehmen zu. Gerade bei einem starken Besatz der Fläche mit Hahnenfuß lohnt sich die alljährliche Düngung der Weide mit Kalkstickstoff.
Mehrfach haben Pferdehalter berichtet, dass sie auf diese Weise innerhalb von 2 bis 3 Jahren den Hahnenfuß weitgehend von der Fläche verdrängt hatten. Der ideale Anwendungstermin liegt zu Vegetationsbeginn im Frühjahr, die Aufwandmenge bei 300 bis 400 kg Kalkstickstoff Perlka je Hektar. Die lange anhaltende gleichmäßige Stickstoffwirkung des Kalkstickstoffs fördert zudem vor allem die wertvollen ausläuferbildenden Untergräser. Nach Erfahrungen aus der Praxis lässt sich durch eine regelmäßige Anwendung von Kalkstickstoff auch der Vormarsch des gefährlichen Jakobskreuzkrautes stoppen. Auch der Löwenzahn geht zurück, wenn die Düngerkörnchen in die Mitte der Blattrosette rollen und den Vegetationskegel verätzen.
Der ideale Anwendungstermin liegt zu Vegetationsbeginn im Frühjahr, die Aufwandmenge bei 300 bis 400 kg Kalkstickstoff Perlka je Hektar.
Nach der Kalkstickstoffdüngung wird eine 14 tägige Wartezeit empfohlen. Nach dieser Zeitspanne ist es sichergestellt, dass sich das Cyanamid des Kalkstickstoffs vollständig zu Harnstoff und anderen ungiftigen Verbindungen umgebaut hat.
Um sicherzugehen kann man im Zweifelsfall auch einen Kressetest durchführen.
Aufgrund der Tatsache, dass das Moos kein Wurzeln bildet und direkt auf der Bodenoberfläche haftet, ist es gegenüber der Cyanamidphase des Düngers Kalkstickstoff besonders empfindlich. Wenn durch eine Düngung mit Kalkstickstoff die bestmögliche Wirkung gegen das Moos erzielt werden soll, ist eine Aufwandmenge von 3 bis 4 Doppelzentnern je Hektar zu wählen. Die Anwendung erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr zu Vegetationsbeginn. Das Gras sollte zum Zeitpunkt des Ausstreuens einigermaßen abgetrocknet sein, damit nicht zuviel Kalkstickstoff an den Blättchen hängen bleibt. Der Boden darf aber durchaus noch feucht sein. Die Wirkung wird je nach Witterung erst nach ein bis zwei Wochen sichtbar, wenn das Moos braun wird und abstirbt. War der Moosbefall sehr stark, so dass die Grasnarbe sehr dünn ist, empfiehlt es sich, etwa 14 Tage nach der Kalkstickstoffdüngung eine Nachsaat mit einer weidelgrasreichen Pferdeweiden-Saatmischung vorzunehmen.
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